Forum Alpbach: "Digitale Welten" als roter Faden Forum Alpbach: "Digitale Welten" als roter Faden - Computerwelt

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08.07.2013 Rudolf Felser/apa

Forum Alpbach: "Digitale Welten" als roter Faden

Berichte über US-Spionage in europäischen Institutionen, Debatten über Datenschutz und Sicherheit, Tauziehen um den Ex-US-Geheimdienstmitarbeiter und Aufdecker Edward Snowden – das Querschnittsthema "Digitale Welten", das sich heuer wie ein roter Faden durch das Europäische Forum Alpbach zieht, ist angesichts der jüngsten Ereignisse von besonderer Aktualität.

Wie schon in der Vergangenheit werden auch in diesem Jahr hochkarätige Gäste zu dem Forum Alpbach in Tirol erwartet.

Wie schon in der Vergangenheit werden auch in diesem Jahr hochkarätige Gäste zu dem Forum Alpbach in Tirol erwartet.

© apa

Wie schon in der Vergangenheit werden auch in diesem Jahr hochkarätige Gäste zu dem Kongress in Tirol erwartet, der von 12. bis 31. August stattfindet: unter anderen UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, Bundespräsident Heinz Fischer, die EU-Kommissare Kristalina Georgieva (Georgiewa) und Olli Rehn, österreichische Regierungsmitglieder, Vertreter von Wirtschaft und Finanzen sowie drei Nobelpreisträger.

Gerade im Bereich Cyberspace gebe es viel Unwissen, selbst in der interessierten Öffentlichkeit, sagt Forums-Geschäftsführer Philippe Narval zur Wahl des Querschnittsthemas. Der Kongress, der schon zum 69. Mal abgehalten wird und heuer unter dem Generalthema "Erfahrungen und Werte" steht, wolle hier auch Hilfestellungen bieten.

Bereits in der Seminarwoche (12. bis 18. August), traditionell der Auftakt des Forums, wird unter dem Titel "Open Data, Open Government, Open Society?" der Umgang mit Daten thematisiert. In einem weiteren Seminar wird es um "Macht und Cyberspace" gehen. Das Fachhochschulforum (21. 8.) befasst sich mit der Bedeutung von Information in einer modernen Gesellschaft und wirft die Frage auf, was im Falle eines "digitalen Blackouts" geschehen würde und wie verwundbar unsere Systeme eigentlich sind.

CYBERCRIME UND SECURITY
Bei den Technologiegesprächen (22. bis 24. 8.) stehen dann unter anderem Cybercrime und Cybersecurity im Fokus, etwa bei einer Podiumsdiskussion mit dem Direktor des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Peter Gridling, und Experten aus Deutschland und Großbritannien. Im Rahmen der Politischen Gespräche (25. bis 27.8.) befassen sich unter anderen Fachleute aus den USA und Russland mit "Standpunkten und Handlungsansätzen zentraler Akteure" zum Thema Cyberwar. Bei den Wirtschaftsgesprächen (27. bis 29.8.) wird es mehrere Arbeitskreise geben, die sich mit Cyber-Fragen beschäftigen, beispielsweise unter dem Titel "Sicherheit und Identität in der digitalen Welt" mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

Auch andere Regierungsmitglieder werden zum Forum Alpbach erwartet, dessen feierliche Eröffnung am 18. August wieder im Rahmen des Tiroltages erfolgen wird: Gesundheitsminister Alois Stöger und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (beide SPÖ) beispielsweise zu den Gesundheitsgesprächen (16. bis 19. 8.), Finanzministerin Maria Fekter und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (beide ÖVP) unter anderem zu den Wirtschaftsgesprächen, Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) etwa zu den "Perspektiven" (19. bis 21. 8.), Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) zu den Technologiegesprächen und Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) zu den Rechtsgesprächen (26./27.
8.).

Beim diesjährigen Forum werden laut Geschäftsführer Narval vor allem Experten und internationale Akteure an Podiumsdiskussionen teilnehmen. "Die österreichische Politik ist ein wichtiger Teil von Alpbach, aber es geht um den Rahmen." Deshalb seien österreichische Politiker heuer häufig in eigenen "Polit-Talks" oder Arbeitskreisen zu finden.

NOBELPREISTRÄGER IN ALPBACH
Auch heuer werden wieder mehrere Nobelpreisträger bei der Tagung anwesend sein. Fix ist laut den Organisatoren bereits das Kommen des russisch-britischen Physikers Konstantin Novoselov und des Schweizer Chemikers Kurt Wüthrich zu den Technologiegesprächen, der indische Ökonom Rajendra Pachauri wird an einer Podiumsdiskussion über faire Globalisierung und die Rolle von Unternehmern teilnehmen.

Von EU-Seite hat unter anderen Katastrophenschutz-Kommissarin Georgieva ihr Kommen zugesagt. Sie war auch schon im Vorjahr in Alpbach und wird heuer im Rahmen der Abschlussveranstaltung bei einer Diskussion über "Krisenmanagement in einer zunehmend unberechenbaren Welt" am Podium sein. Überhaupt ist das "Closing Event" des Kongresses in diesem Jahr besonders hochkarätig besetzt: Zu einem Panel zum Thema "Neue Ideen für eine faire Globalisierung: Die Rolle der Politik" am 31. August werden neben Bundespräsident Fischer und seinem tansanischen Amtskollegen Jakaya Mrisho Kikwete auch UNO-Generalsekretär Ban und EU-Kommissionspräsident Barroso erwartet. Konkret soll die Rolle der internationalen Gemeinschaft in der Überarbeitung der Entwicklungsziele nach 2015 im Mittelpunkt stehen. Weder für Ban noch für Barroso wird es eine Forum-Alpbach-Premiere sein: Ban war bereits 2009 und 2010 zu Gast, Barroso hat im Vorjahr an den Wirtschaftsgesprächen teilgenommen.

Am Rande des Forums wird es auch einen EU-UNO-Retreat geben, wie das Außenministerium der APA auf Anfrage mitteilte. Schon mehrmals waren in der Vergangenheit hochrangige Vertreter der Vereinten Nationen sowie UNO-Botschafter zu derartigen Klausuren in dem Tiroler Bergdorf zusammengekommen. Als Österreich nicht-ständiges Mitglied im höchsten UNO-Gremium war, fand etwa im September 2010 im Beisein von Ban ein "Sicherheitsrats-Retreat" in Alpbach statt. (apa)

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