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15.07.2013 Rudolf Felser/apa

Österreichische Elektroindustrie noch nicht auf Vorkrisenniveau

Seitwärts mit leichter Abwärtstendenz. So kann man sowohl das abgelaufene Geschäftsjahr 2012 als auch das laufende Jahr für die heimische Elektro- und Elektronikindustrie auf den Punkt bringen.

Der Verband der Elektro- und Elektronikindustrie sieht auch positive Tendenzen.

Der Verband der Elektro- und Elektronikindustrie sieht auch positive Tendenzen.

© Archiv

Die abgesetzte Produktion sank im Vorjahr verglichen zu 2011 um 1,2 Prozent auf 12,73 Mrd. Euro. Im ersten Quartal heuer ging die abgesetzte Produktion zwar sogar um 6,2 Prozent auf 3,01 Mrd. Euro zurück.  Am Ende des ersten Quartals, im März, gab es laut Fachverbandsgeschäftsführer Lothar Roitner, wie er bei einer Pressekonferenz in Wien sagte, aber "durchwegs ein Plus". Im Vorjahr wurde das Vorkrisenniveau wie schon 2011 aus dem Jahr 2008 noch nicht wiedererreicht.

Das Minus von 6,2 Prozent setzte sich aus Dienstleistungen und der Produktion zusammen. "Rein im produzierenden Bereich wurde im ersten Quartal ein Minus von rund drei Prozent verzeichnet", erklärte Fachverbandspräsidentin Brigitte Ederer, Personalvorständin der Siemens AG. Der Ausblick sei "nicht ganz optimistisch". Roitner hob zum ersten Quartal positiv hervor, dass es bei den Bauelementen - Leiterplatten, Platinen, Chips beispielsweise von AT&S oder Infineon - ein Plus gab, "die ein Vorlaufindikator für unsere Branche sind, das stimmt uns positiv".

Beispielsweise gebe es laut Ederer im Inlandsmarkt - der allerdings für nur 20 Prozent des Branchenumsatzes verantwortlich ist - eine "zurückhaltende Investitionstätigkeit", so die ehemalige SPÖ-Spitzenpolitikerin. Aber auch wegen der "extremen Exportabhängigkeit" sei die Branche, die im Vorjahr für 11,8 Prozent des heimischen Außenhandels verantwortlich war, "verwundbar". So gebe es am chinesischen Markt für die deutschen Maschinenbauer und die deutsche Elektroindustrie einen "leichten Einbruch - und die heimischen Firmen sind starke Zulieferer der deutschen Exportindustrie", gab Ederer zu bedenken.

Die Siemens-Vorständin sieht aber auch eine große Chance für die Elektro- und Elektronikindustrie in Europa und damit Österreich - und zwar eine Art vierte Industrielle Revolution nach der Dampfmaschine, dem Fordismus und der Automatisierung: Die Verknüpfung von Daten, die "eine große Chance bringt, sich zu positionieren" und die Nummer 1 in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) werde. Ederer sprach dabei von Energieeffizienz, Smart Metering, Smart Grid (intelligentes Stromnetz), Verkehrssteuerungssystemen, die Elektrifizierung des Verkehrs an sich und neue Leuchttechniken wie LED.

Der Vorkrisen- und Rekordwert bei der abgesetzten Produktion aus dem Jahr 2008 mit 12,86 Mrd. Euro wurde im Vorjahr also nominell um rund 130 Mio. Euro verfehlt. Zudem sank die Zahl der Mitarbeiter der Branche im Vorjahresvergleich 2012 um 1,6 Prozent auf 59.295, im ersten Quartal heuer sank der Personalstand um weitere 2,6 Prozent. Ederer sprach trotzdem von einer "guten Entwicklung auf hohem Niveau". In einem 6-Punkte Programm der Elektro- und Elektronikindustrie im Wahljahr finde sich daher neben der Forderung nach der Aufstockung der IKT-nahen Forschungsförderung und einer Arbeitszeitflexibilisierung die Top-Themen Sicherung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen am Standort Österreich.

Ein Superwahljahr weckt Begehrlichkeiten. So auch beim Verband der Elektro- und Elektronikindustrie, der mehr fordert, als die bisher vorgesehenen 250 Mio. Euro für den Breitbandausbau aus der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen im Herbst, die insgesamt zumindest 526 Mio. Euro ins Budget spülen soll. Roitner fordert "mindestens" weitere 100 Mio. Euro aus dem Versteigerungstopf, die in F&E sowie Innovationsförderungen "unserer Branche" fließen sollen.

"Bei allem Verständnis für den sozialen Wohnbau, es müssen auch neue Technologien wie etwa die LTE-Technik, die ja auch eine Unterstützung für das Breitband ist, gefördert werden", forderte Roitner. Für den Wohnbau waren im Zuge des Schnürens des Konjunkturpaketes die aus der Versteigerung wegen des Mindestpreises sicher übrigbleibenden 276 Mio. Euro reserviert worden. Ursprünglich hätte das Geld als "Konsolidierungsbeitrag" ins Budget fließen sollen. (apa)

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