Forum Alpbach 2013 mit Ban und Barroso Forum Alpbach 2013 mit Ban und Barroso - Computerwelt

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09.08.2013 Rudolf Felser/apa

Forum Alpbach 2013 mit Ban und Barroso

Mit der Seminarwoche beginnt am 12.8. das Europäische Forum Alpbach 2013. Das Querschnittsthema "Digitale Welten", das sich wie ein roter Faden durch den bis 31. August dauernden Kongress zieht, ist angesichts der jüngsten Debatten über Datenschutz und Sicherheit nach den Enthüllungen Snowdens von besonderer Aktualität und damit ein "Glücksgriff", wie Forumspräsident Franz Fischler meinte.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso.

© apa

Auch heuer werden hochkarätige Gäste zum Forum erwartet - unter anderen UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, Bundespräsident Heinz Fischer, die EU-Kommissare Kristalina Georgieva (Georgiewa) und Olli Rehn, zahlreiche österreichische Minister, Vertreter von Wirtschaft und Finanzen sowie mehrere Nobelpreisträger.

Das diesjährige Forum Alpbach ist das erste, das zur Gänze vom neuen Team unter dem früheren EU-Kommissar Fischler gestaltet wurde. Der Ex-ÖVP-Landwirtschaftsminister hatte die Leitung des Kongresses, der heuer zum 69. Mal stattfindet und unter dem Generalthema "Erfahrungen und Werte" steht, im Frühjahr 2012 von dessen langjährigem Präsidenten Erhard Busek übernommen. Vizepräsidenten des Forums sind Ex-SPÖ-Innenminister Caspar Einem, die Politikwissenschafterin Sonja Puntscher Riekmann, OeNB-Präsident Claus J. Raidl und die Medizinerin Ursula Schmidt-Erfurth.

Eines der erklärten Ziele des neuen Teams ist es, die Veranstaltung internationaler zu gestalten. Busek sei es gelungen, das Forum sehr stark in den Balkanstaaten und in Mittel- und Osteuropa bekannt zu machen. "Aber wir hätten gerne auch mehr Besucher aus den westlichen europäischen Staaten", so Fischler. Auch wünsche man sich mehr Berichterstattung in internationalen Medien.

Auch wenn viele österreichische Regierungsmitglieder erwartet werden und die Nationalratswahl in nicht allzu weiter Ferne liegt, soll das Forum Alpbach nach dem Wunsch Fischlers nicht zur Wahlkampfbühne werden: "Ich kann das nicht anordnen, aber was wir gemacht haben, ist, dass wir eigentlich ausschließlich Fachminister eingeladen haben zu Fachveranstaltungen, und dass die dort als Mitdiskutanten auftreten und keine großen Vorträge halten, sodass die Gelegenheit für Wahlreden von vornherein reduziert ist." Wenn Minister nebenbei noch Pressekonferenzen organisierten, könne man das freilich nicht verhindern.

Angestrebt wird auch, Künstler stärker in die Gesprächsveranstaltungen einzubinden. "Da setzen wir an bei den Ursprüngen des Forums Alpbach. In den 50er, 60er Jahren waren immer sehr viele Künstler und Kulturschaffende in Alpbach, die nicht nur das Kulturprogramm bestritten haben, sondern wirklich mitdiskutiert haben."

Das Querschnittsthema "Digitale Welten" ist bereits in der Seminarwoche (12. bis 18. August) ein Schwerpunkt, wo beispielsweise unter dem Titel "Open Data, Open Government, Open Society?" der Umgang mit Daten thematisiert wird. In einem weiteren Seminar wird es um "Macht und Cyberspace" gehen. Das Fachhochschulforum (21. 8.) befasst sich mit der Bedeutung von Information in einer modernen Gesellschaft und wirft die Frage auf, was im Falle eines "digitalen Blackouts" geschehen würde.

Bei den Technologiegesprächen (22. bis 24. 8.) stehen dann unter anderem Cybercrime und Cybersecurity im Fokus, etwa bei einer Podiumsdiskussion mit dem Direktor des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Peter Gridling, und Fachleuten aus Deutschland und Großbritannien. Im Rahmen der Politischen Gespräche (25. bis 27.8.) geht es bei einem Panel mit Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) und Experten aus den USA und Russland um "Standpunkte und Handlungsansätze zentraler Akteure" zum Thema Cyberwar. Bei den Wirtschaftsgesprächen (27. bis 29.8.) wird es unter anderem einen Arbeitskreis mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zu "Sicherheit und Identität in der digitalen Welt" geben.

Auch viele andere Minister werden zum Forum erwartet, dessen feierliche Eröffnung am 18. August wieder im Rahmen des Tiroltages erfolgen wird: Gesundheitsminister Alois Stöger und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (beide SPÖ) beispielsweise zu den Gesundheitsgesprächen (16. bis 19. 8.), Finanzministerin Maria Fekter und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (beide ÖVP) unter anderem zu den Wirtschaftsgesprächen, Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) etwa zu den "Perspektiven" (19. bis 21. 8.), Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) beispielsweise zu den Technologiegesprächen und Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) zu den Rechtsgesprächen (26./27. 8.). Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) nehmen nicht teil.

Bei der Tagung werden auch wieder mehrere Nobelpreisträger anwesend sein. Fix ist laut den Organisatoren bereits das Kommen des russisch-britischen Physikers Konstantin Novoselov und des Schweizer Chemikers Kurt Wüthrich zu den Technologiegesprächen. Der indische Ökonom Rajendra Pachauri, der 2007 als Vorsitzender des Weltklimarates IPCC die hohe Auszeichnung entgegennahm, wird an einer Podiumsdiskussion über faire Globalisierung und die Rolle von Unternehmern teilnehmen.

Das Abschlusspanel des Kongresses ist besonders hochkarätig besetzt: Zu der Diskussion über "Neue Ideen für eine faire Globalisierung: Die Rolle der Politik" am 31. August werden neben Bundespräsident Fischer und seinem tansanischen Amtskollegen Jakaya Mrisho Kikwete auch UNO-Generalsekretär Ban und EU-Kommissionspräsident Barroso erwartet. Am Rande des Forums wird es zudem einen EU-UNO-Retreat geben. Insgesamt erwarten die Organisatoren mehr als 750 Vortragende und 2.870 Teilnehmer aus 74 Staaten zum diesjährigen Kongress. (apa)

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