"Die Information findet den Benutzer und nicht umgekehrt" "Die Information findet den Benutzer und nicht umgekehrt" - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


16.10.2013 :: Printausgabe 21/2013 :: Christof Baumgartner

"Die Information findet den Benutzer und nicht umgekehrt"

Systemoptimierung, Healthcare und der Arbeitsplatz der Zukunft sind die Kerngebiete des finnischen Unternehmens Tieto.

Thomas Hohenauer, Country Manager von Tieto Austria

Thomas Hohenauer, Country Manager von Tieto Austria

© Tieto

Das finnische Unternehmen Tieto ist mit rund 16.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro im Norden Europas einer der größten IT-Dienstleister. Auch in Österreich ist Tieto mit 100 Mitarbeitern stark aufgestellt. Die COMPUTERWELT traf Thomas Hohenauer, Geschäftsführer von Tieto in Österreich, im Rahmen der Kundenveranstaltung "Fly Tieto" zum Interview.

Tieto ist in Finnland einer der großen Player im IT-Markt. Wie ist das Unternehmen in Österreich aufgestellt und auf welchen Themen liegt der Fokus?
Thomas Hohenauer Wir decken natürlich nicht das gesamte Portfolio von Tieto ab, sondern wir fokussieren uns in Österreich auf die Themen, wo wir sehen, dass es einen Bedarf gibt. Wir konzentrieren uns stark auf die Manufacturing-Industrie, speziell die Papierindustrie, wo wir global der Marktführer sind. Das zweite Thema ist Healthcare. Die Helathcaresysteme sind in Nordeuropa schon wesentlich weiter als hier. ELGA (der elektronische Gesundheitsakt, Anm.) ist dort kein Thema mehr, da gibt es bereits den nationalen Patientenakt. In Schweden haben wir ihn beispielsweise mit unserem Partner Intersystems umgesetzt, der auch in Österreich unser Partner im Bereich Healthcare ist.

Auch das Thema Arbeitsplatz der Zukunft ist auf der "Fly Tieto" ein Thema.
Neben den Industrien fokussieren wir stark auf unser Future-Office-Konzept. Wir versuchen dabei neue Trends zusammenzufügen. Wir bringen die Prozesse systemübergreifend zum Anwender und personalisieren sie. Der Nutzer bekommt nur die Informationen, die er braucht und so gebündelt, dass er nicht extra danach suchen muss. Die Information findet den Benutzer und nicht umgekehrt. Das ist auch die Grundidee hinter dem System. Wir haben dieses Modell schon bei der Firma Andritz umgesetzt und sind mit dem ersten Prototyp live und verfolgen gemeinsam mit Andritz eine Gesamtvision. Ziel ist es, den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben effizienter zu arbeiten.

Wie entwickelt sich der Markt im ­Bereich Future Office?
Da spielen viele Themen eine Rolle. Auf der einen Seite gibt es immer mehr Information. E-Mails sind sicher nicht mehr das geeignete Mittel, um die Information weiterzubringen. Die Menge ist so groß, dass auch viel ignoriert wird, was über diesen Kanal kommt. Da kommt Social Media ins Spiel. Das ist wesentlich zielgerichteter und effizienter. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr digital natives, die den Umgang mit Social Media gewöhnt sind und die Möglichkeiten, die sie privat nutzen auch im Unternehmensbereich haben wollen. Das ist eine Evolution von Informationsgestaltung.

Wo gibt es noch Bedarf, Systeme zu optimieren?
Im Bereich Applikations-Lifecycle-Management (ALM, Anm.). Hier versucht man die Applikation über den gesamten Lebenszyklus zu managen, also angefangen von einer Projekteinführung bis hin zu der Betreuung möglichst agil anzubieten. Wenn man zum Beispiel eine SAP-Landschaft hernimmt, dann schrauben sehr viele Berater im System herum. Man verliert aber dabei den Weg zu einer Gesamt­optimierung. Mit unserem Konzept des SAP ALM ist es so, dass wir der Organisa­ttion ein Managed Service anbieten, das nach definierten Servicelevels funktioniert.

Ein wichtiger Markt für Tieto ist die Waldindustrie.
Hier sind wir weltweit führend. 800 Mitarbeiter von Tieto beschäftigen sich nur mit diesem Thema. Dabei geht es um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung vom Papierproduzenten bis hin zum Milchpackerl. Diesen Prozess begleiten wir mit IT-Systemen. Wir bieten den Verantwortlichen eine komplette Simulation des Werks an, um ihnen bei den strategischen Entscheidungen eine Hilfe zu bieten. Die Konzepte von einem Future Office oder von einem ALM sehe ich aber auch industrieunabhängig. Future Office passt gut zum Thema Krankenhaus, weil dort viele Prozesse Optimierungsbedarf haben.

Das Gespräch führte Christof Baumgartner.

Thomas Hohenauer:

Der gebürtige Innsbrucker studierte Informationstechnologie an der Universität Wien. Seit über 20 Jahren ist er in leitender Funktion in der IT-Branche tätig und betreute in seiner bisherigen Laufbahn Kunden aus der Energie-, Öl-, Gas- und Fertigungsbranche. Hohenauer besitzt profundes Wissen aus der Holzverarbeitungsbranche, und hat eingehende Erfahrungen mit der Leitung von internationalen Projekten und dem Aufsetzen von Qualitätssystemen. Seit 2010 ist Hohenauer Geschäftsführer von Tieto in Österreich.

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