Business Intelligence muss so schnell sein wie Google-Suche Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


20.09.2011 Oliver Weiss

Business Intelligence muss so schnell sein wie Google-Suche

Die Leistung gilt als kritischer Faktor für erfolgreiche Business-Intelligence-Projekte. Mangelt es an der Performance, dann bleiben für teures Geld eingeführte Business-Intelligence-Systeme ungenutzt.

Die Leistung gilt als kritischer Faktor für erfolgreiche Business-Intelligence-Projekte. Umfragen haben laut Experten des Business Application Research Center (Barc) gezeigt, dass Unternehmen schon seit Jahren eine schlechte Abfragegeschwindigkeit als größtes Problem im Rahmen von BI-Vorhaben sehen.

Das hat verschiedene Gründe: Zum einen wächst aus Sicht der Experten die Komplexität von BI-Systemen. Immer mehr Anwender müssen aus immer größeren Datenmengen relevante Informationen herausfiltern. Verbesserungen der Software- und Hardwaretechnik sind dabei nur zum Teil in der Lage, diesen Komplexitätsschub abzufedern. Darüber hinaus wachsen die Anforderungen der BI-Anwender: Die Toleranz für Wartezeiten auf Datenabfragen sinkt und die subjektive Performance-Erwartung steigt, sagen die Barc-Experten. Die User haben sich an einen schnellen Verarbeitungstakt von Informationen gewöhnt – bestes Beispiel sind die Suchabfragen bei Google. Damit werden jedoch auch an die BI-Systeme höhere Maßstäbe hinsichtlich der Performance gelegt.

Die Performance eines BI-Systems wird laut Barc durch verschiedene Faktoren beeinflusst: Die Abfrageperformance oder auch Antwortzeit/-geschwindigkeit bezeichnet die Zeitspanne zwischen dem Absenden einer Anfrage und der vollständigen Aufbereitung der Ergebnisse für den Anwender. Die Ladeperformance wiederum bezeichnet die benötigte Laufzeit von der Datenextraktion aus Vorsystemen bis zur Bereitstellung der Daten im BI-System. Der Ladeprozess beeinflusst auch unmittelbar die Abfragegeschwindigkeit, wenn notwendige Daten für eine Abfrage zunächst durch einen Ladeprozess beschafft werden müssen.

Zu lange Wartezeiten frustrieren die Anwender und vermindern die Akzeptanz von BI-Systemen, warnen die Barc-Experten. In der Folge würden die oft für viel Geld angeschafften und mit hohem Aufwand eingeführten Applikationen wenig genutzt. Das führt oft zu abteilungsspezifischen Datenhaltungs- und Auswertungssystemen. Den Unternehmen droht ein Wildwuchs an Datensilos verschiedener BI-Tools, die meist auf Excel basieren. Damit verschenken die Unternehmen jedoch Potenziale, die moderne BI-Lösungen bieten. Auf Basis unternehmensweit ausgerollter und integrierter BI-Lösungen lassen sich heute komplexe Fragestellungen beantworten, die die Firmenverantwortlichen dabei unterstützen könnten, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Lahmen die BI-Systeme jedoch, werden oft nur wenige und einfache Fragen gestellt, deren Nutzen für die langfristige Geschäftsplanung zudem meist fraglich ist.

Um den Erfolg eines BI-Projekts zu sichern, sollten Anwenderunternehmen bereits bei der Produktauswahl die verschiedenen Leistungsfaktoren im Blick haben, raten die Barc-Analysten. Neben der Performance muss auch auf die Skalierbarkeit geachtet werden, um das System auf veränderte Anforderungen wie steigende Nutzerzahlen, wachsende Datenmengen und komplexere Anfragen einstellen zu können. Das passende BI-System zu finden, erfordert gründliche Tests. Barc empfiehlt, die in Frage kommenden Produkte mit eigenen Daten in einer möglichst authentischen IT-Umgebung auf Herz und Nieren zu prüfen. Auf Marketing-Aussagen der Hersteller sollten sich die Kunden dagegen nicht verlassen.

Auch Benchmarks, die die Hersteller gerne als Beleg für die Leistungsstärke ihrer Produkte heranziehen, sind mit Vorsicht zu genießen. Anwender sollten darauf achten, ob die Benchmark-Szenarien mit den eigenen Firmenverhältnissen vergleichbar sind. Verlässlichere Informationen, wie sich die BI-Systeme im Praxiseinsatz schlagen, sind zudem von Referenzkunden der Hersteller zu bekommen.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • EASY SOFTWARE GmbH

    EASY SOFTWARE GmbH Schrifterkennung, Mobile Lösungen und Applikationen, Management Informationssysteme (MIS), Dokumentenmanagement und ECM, Business Intelligence und Knowledge Management mehr
  • VOQUZ Technologies GmbH

    VOQUZ Technologies GmbH Öffentliche Verwaltung, Maschinen- und Anlagenbau, Finanzdienstleistungen, Qualitätssicherung, Product Lifecycle Management (PLM), Mobile Lösungen und Applikationen, Management Informationssysteme (MIS),... mehr
  • free-com solutions gmbh

    free-com solutions gmbh Werbewirtschaft, Wasser- und Energieversorgung, Vereine und Verbände, Umweltschutz, Touristik, Personenverkehr, Öffentliche Verwaltung,... mehr
  • Bechtle IT-Systemhaus Österreich

    Bechtle IT-Systemhaus Österreich WLAN-Systeme, Netzwerk-Systeme (LAN, MAN, WAN), Netzwerk-Management, Server-Betriebssysteme, Verschlüsselungs- und Kryptografie Software, Security Audits, Notfalls-Rechenzentren,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: