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22.03.2011 Rudolf Felser

Next Generation Search

Die nächste Generation "intelligenter Suchmaschinen" innerhalb von Unternehmen beruht auf dem Einsatz so genannter Wissensmodelle. Die Semantic Web Company hat bereits Erfahrungen gesammelt.

Das Suchen und Finden von Informationen wird für Unternehmen zusehends zum überlebenswichtigen Schlüsselfaktor. Die Marktforscher von IDC prognostizieren im jüngsten Update ihrer Studie The Diverse and Exploding Digital Universe eine regelrechte Explosion der digitalen Informationsmenge und der Formvarianten. Derzeit wachse die digitale Informationsflut jährlich um 60 Prozent. 2011 soll sie rund 1.800 Exabyte (10 hoch 18 Bytes) erreichen, was einer Verzehnfachung gegenüber 2006 entspräche.

Laut IDC verantworten Personen 70 Prozent dieses Datenwachstums. Trotzdem seien die IT-Abteilungen von Organisationen und Unternehmen bei rund 85 Prozent der entstehenden Daten in die Speicherung, Bereitstellung, Übermittlung und den Datenschutz involviert. Diese schnell wachsende und facettenreichen Datenflut konfrontiert IT-Manager mit einer nie dagewesenen Komplexität. Suchen heisst vor allem Filtern, Ausblenden, Eingrenzen, wenn man nicht von irrelevanten Suchergebnissen erschlagen werden will. Die Suche im Netz und die unternehmensweite Suche funktionieren nicht notwendigerweise gleich – semantische Technologien spielen aber da wie dort eine tragende Rolle.

NEUE FEATURES Vor allem im Netz besteht noch beträchtlicher Verbesserungsbedarf wenn man gezielt nach etwas sucht. Aber an neuen Produktentwickungen wird schon längst gearbeitet. Erst dieser Tage hat Google eine neue Funktion in seine Suchmaschine eingebaut: Ab sofort kann dank des so genannten "Recipe View" gezielt nach Rezepten gesucht werden. Vorerst vor allem in englischer Sprache. Gibt ein Nutzer ein bestimmtes Gericht oder auch weiter gefasste Suchbegriffe wie zum Beispiel eine Zutat oder einen Feiertag in Google ein, kann er in der Leiste auf der linken Seite "Recipes" auswählen. Bei den Suchergebnissen wird dann ein Bild, eine kurze Beschreibung und die Bewertung des jeweiligen Rezepts angezeigt.

"Was Google hier bei der Suche nach Kochrezepten vormacht, wird längst auch schon von zahlreichen Unternehmen verlangt, um die Suche drastisch zu verbessern", weiss Andreas Blumauer, Geschäftsführer der Semantic Web Company (SWC) aus Erfahrung. "Die Basis sind semantische Metadaten, und die daraus resultierende 'facettierte Suche'. Poolparty Search, ein Thesaurus Management System für das Semantic Web, bietet genau dieses wertvolle Feature an: Auf Basis von Thesauri werden die Facetten automatisch generiert und in Kombination mit 'Auto-Complete' wird der Suchende dabei unterstützt, den Suchraum schnell und präzise einschränken zu können".

Google und Co. bekommen aus zwei Richtungen Gegenwind, so Blumauer: "Zum einen haben Anbieter am Enterprise Search Markt bereits ausgereifte semantische Technologien im Einsatz und greifen immer stärker auf diese zurück. Zum anderen haben sich rund um das semantische Web zahlreiche neue Anbieter etabliert, die über die übliche Suche nach Begriffen hinausgeht." Anbieter wie Calais, Evri, SiloBreaker oder Digital Trowel zählen zu den Startups, die sich an einem grundlegend anderen Ziel orientieren als herkömmliche Suchmaschinen: Nicht mehr die Suche nach Dokumenten steht im Vordergrund, sondern die Vernetzung von Informationen.

SENTIMENT-ANALYSE Blumauer: "Namhafte Anbieter der unternehmensweiten Suche haben den Vorteil semantischer Technologien erkannt und in ihre Produkte integriert. Nun entsteht die nächste Generation von 'intelligenten Suchmaschinen' für den unternehmerischen Einsatz, die auf den Einsatz von Wissensmodellen beruht. Die neue Art der Suche im Web bietet gegenüber herkömmlichen Suchmaschinen zahlreiche neue Möglichkeiten bis hin zur 'Sentiment Analyse', also der automatischen Auswertung von Texten mit dem Ziel, geäußerte Meinungen als positiv oder negativ zu erkennen. Sämtliche 'Intelligenzen' einer Suchmaschine werden noch deutlich aufgewertet, wenn ein Wissensmodell, zum Beispiel in Form eines Unternehmens-Thesaurus, hinterlegt wird. Die Suchresultate werden präziser, die Suchzeiten verkürzt. Insbesondere Unternehmen, in denen mehrsprachig gearbeitet wird, profitieren vom Einsatz dieser Wissensnetze."

Ein Unternehmens-Thesaurus umfasst neben Fachbegriffen auch unternehmensspezifische Konzepte, deren Bezeichnungsvarianten und Relationen, typischerweise Produktnamen, Unternehmen (Partner, Kunden, Lieferanten), Standorte, Organisationseinheiten, Mitarbeiter Organisationseinheiten, Mitarbeiter, Mitarbeiter-Skills, Stellenbezeichnungen, Projekte, Technologien etc. Blumauer: "Es gibt ja nicht nur eine Form der Suche. Je nach Anforderung der Nutzer variiert die jeweils 'beste Lösung' für Unternehmen. Moderne Enterprise Suchmaschinen bieten bereits großen Komfort bei der Suche über Millionen von Dokumenten – mit herausragenden Funktionen. Aber nicht jedes Unternehmen hat die gleichen Anforderungen." (pi/rnf)

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